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Bully's Blog - WM 2010 in Finnland PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Nicole Beeri   

Freunde des Hundesports und der guten Unterhaltung!

Dies hier ist Bullys Tagebuch. Er wird aus seiner Sicht unsere Finnland-Reise zur FCI WM kommentieren. Was ich zur Erklärung beisteuern möchte: Es sind folgende Charaktere zu erwarten:

Jörg - Chef von Bully
Nicole – Frauchen
FCI-IPO Team Suisse
- Werner mit Cento
- Nicole mit Orkan
- Tamara mit Falco
- Stefan mit Vanja
- Simone mit Shayk
- Hämpu (Mannschaftsführer)
- Mike (Mannschaftsbetreuer)
Isabell – Partnerin von Werner
David – Partner von Nicole
Gabi – Partnerin von Mike
Michèle – Ersatzmami für Nemo und Indi
Sven – KVF-ler

Dann kann es eigentlich schon losgehen. Also dann: Viel Freude!

*   *   *

Freitag, 10. September 2010

Ich muss mich zuallererst einmal beklagen! Gestern wurde ich reingelegt, und zwar richtig fies. Es war ein sooo spannender Tag. Nemo und ich sind Frauchen und meinem Chef den ganzen Tag hinterher marschiert und haben genau kontrolliert, was sie machten. Sie haben nämlich wahrscheinlich den ganzen Haurat zusammengeräumt und im Auto verstaut. Wir wollten natürlich nichts verpassen und haben geholfen, wo es nur ging. Keine Ahnung, weshalb sie immer so taten, als seien wir ihnen im Weg ... Am Abend waren wir dann bei Michèle zum Nachtessen eingeladen. Was die Zweibeiner zu Essen bekamen, duftete ausgesprochen verführerisch, und wir durften natürlich auch von den Garnelen probieren. Lecker!!! Zudem hat es da eine riesige Kiste voller Spielsachen, die ich selbstverständlich alle mindestens einmal ausprobiert habe.

Und dann? Ja, dann sind Frauchen und mein Chef aufgestanden und wollten gehen. Ich natürlich wie immer zuvorderst, und erst im Auto habe ich gemerkt, dass meine Kumpels Nemo und Indi nicht mitkamen. Sie durften also ganz offensichtlich bei Michèle bleiben und es sich gut gehen lassen, während ich heute Morgen um 02.00 Uhr (!!!) geweckt wurde. Nach einem Spaziergang und einem kleinen, bescheidenen Frühstück ging es dann mit dem Auto los. Nach etwa drei Stunden Fahrt trafen wir Werner und Isabell. Das hat mich sehr gefreut, denn eins war damit sicher: Es geht irgendwie um Hundesport! Das ist an sich schon klasse, und zudem hat mein kleiner Bruder Cento gleich zwei weibliche Begleiterinnen dabei (freu).

Nach einer langen Fahrt mit kurzen Pausen machten wir ausgiebigen Spaziergang entlang eines kleinen Sees. Ich war wie immer baden und habe ein Nickerchen gemacht, während meine Zweibeiner Essen gingen. Gegen Abend fand ich mich plötzlich wieder auf einem riesigen Schiff! Dort hat es mir ausgezeichnet gefallen, konnte ich mir doch den Wind um die Nase wehen lassen. Zudem hat irgendein netter Mensch Pommes Chips gestreut, die ich natürlich vernichtete. Man soll ja nichts verkommen lassen …

Als wir wieder Festland unter den Pfoten hatten, versuchten meine zweibeinigen Begleiter offenbar, uns eine Unterkunft zu besorgen. Sie standen ziemlich lange recht hilflos vor dem Eingang zu einem modernen Gebäude und tippten sich auf einem Bildschirm die Finger wund. Rein kamen sie aber immer noch nicht, bis Frauchen schliesslich kurz in der Tankstelle nebenan verschwand. Als sie wieder kam, gingen doch noch alle Türen für uns auf. Wer jetzt denkt, wir hätten nach unserer 14-stündigen Reise eine Pause gemacht, der irrt gewaltig. Es ging gleich weiter, auf zu einem Spaziergang und einer Fährte. Ihr glaubt es nicht, aber ich fand hier, in einem Land, das sie Dänemark nennen, in einem Acker ganz viele Leckerli und am Ende auch mein eigenes Spielzeug! Das war klasse, aber ich war danach irgendwie auch ziemlich erledigt. Ich erhielt schliesslich mein verdientes Nachtessen, was ja eigentlich ganz lecker ist, aber nichts im Vergleich zu dem, was ich von meinen daheim gebliebenen Kumpels vernahm: Die bekamen nämlich Spaghetti Carbonara bereits zum Mittagessen! Ich war trotzdem ganz froh, dass die Zweibeiner endlich mal weg waren und ich mich in meiner Hundebox ausstrecken konnte. Sie kamen allerdings schon bald wieder, und nach einer kurzen Runde, wo ich die Gelegenheit hatte, meine Präsenz hier zu markieren, ging es dann in das hart erkämpfte Hotelzimmer. Hier habe ich es mir direkt NEBEN meiner mitgebrachten Decke bequem gemacht und mich erst mal aufs Ohr gehauen. Hoffentlich fängt der Tag morgen nicht wieder so früh an, alles andere war aber ganz nach meinem Geschmack.

PS: Falls ihr zufällig einen Tippfehler entdeckt: ICH BIN AUCH NUR EIN HUND!

*   *   *

Samstag, 11. September

Ich konnte tatsächlich ausschlafen! Und danach kam mir natürlich ein Spaziergang an den Hafen von Rødby genau recht – leichter Nieselregen hin oder her. Das war total spannend! Ein kleiner Hüpfer nur, und ich wäre auf einem der Boote gelandet. Aber mein Chef sah etwas skeptisch aus und liess mich nicht. Aber egal, wir hatten offensichtlich noch was vor. Auf dem Parkplatz vor dem Hotel begrüsste mich völlig überraschend Simone mit einer Schüssel voll Hundefutter! Leider war es nicht für mich, aber egal, ich durfte zumindest versuchen, wie es schmeckt. Jedenfalls ging es dann bald wieder weiter mit dem Auto. In jeder Pause konnte ich mir die Pfoten vertreten, und nach einer weiteren Fahrt mit der Fähre frische Schwedische Luft schnuppern. Beim Zoll wollte ENDLICH auch einmal jemand meine Papiere sehen. Gut so! War ich doch eigens dafür mehrmals beim Tierarzt. Simone und Frauchen haben danach immer von Elchen gesprochen. Ich weiss nicht so genau, was das ist, denn ich habe leider noch keinen gesehen. Soll aber so etwas wie ein grosses Reh sein, könnte also interessant werden. Wenn ich einen entdecke, werde ich ihn mir auf alle Fälle sehr genau ansehen und euch davon berichten!

Schliesslich kam langsam die Nacht, und nach einem weiteren langen Spaziergang (ohne Elchsichtung) sowie einer kurzen Fährte, auf der ich mir mein Abendessen suchen durfte, kamen wir wieder ans Meer. Es war schon dunkel, als meine Zweibeiner nach kurzer Hektik und langem Warten unser Auto bereits wieder auf ein grosses Schiff verfrachteten. Wir haben da auch ein winziges Zimmer, ganz für uns. Es ist so klein, dass mein Chef und Frauchen mich da eine Weile alleine liessen, wohl damit ich mich besser ausbreiten konnte. Dachte ich zumindest. Aber ich hege inzwischen den Verdacht, sie waren ohne mich beim Essen! Ich rieche so was … Jedenfalls haben wir es uns hier so bequem wie möglich gemacht, und ich bin schon gespannt, wie es morgen weiter geht. Jetzt bin ich aber hundemüde!

*   *   *

Sonntag, 12. September 2010

Huch, was war das? Ein seltsamer Ton und eine fremde Stimme haben mich aus meinen Träumen gerissen. Frauchen geht schon mal duschen, mein Chef und ich bleiben lieber noch eine Weile liegen. Als Frauchen mich abholt und mit nach draussen nimmt, riecht die Luft schon wieder anders. Das soll Finnland sein, heisst es. Ändern tut sich aber vorerst nichts. Wir fahren weiter mit dem Auto und halten an einem schönen Plätzchen an. Dort geht Frauchen mit mir Spazieren, während mein Chef in der Zwischenzeit schon wieder eine Fährte für mich legt. Ich muss mir mein Futter hier wirklich schwer verdienen! Zugegeben, ich hatte wenigstens schon was zu Beissen, während die Zweibeiner aussehen, als könnten sie so langsam einen Kaffee vertragen. Sie halten dann auch schon bald wieder an und sehen wesentlich frischer aus, als sie aus dem hübschen kleinen Holzhaus kommen.

Ich hatte schon geglaubt, die Reise hört nie mehr auf! Aber um die Mittagszeit treffen wir bei einem Hotel ein, wo wir wohl bleiben werden. Ich merke das daran, dass meine Zweibeiner das Auto leergeräumt und alles in ein Zimmer gebracht haben. Wir haben uns inzwischen die Gegend angesehen, und mir gefällt es hier prima! Direkt neben dem Gebäude hat es einen grossen See. Erst glaubte ich, das werden Badeferien. Aber auf dem Parkplatz entdecke ich plötzlich verdächtig viele rote Jacken. Da sind Tamara und Stefan, kurz darauf treffen auch Nicole, David, Hämpu, Mike und Gabi ein. Jetzt weiss ich auch, was wir hier machen. Sieht mir doch verdächtig nach einer weiteren Weltmeisterschaft aus!

Ich komme schon wieder in den Genuss eines Spaziergangs, bin aber auch froh, dass ich endlich meine Beine in einem hübschen, grossen Zimmer auszustrecken kann. Trotzdem, für die nächste Erkundungstour bin ich natürlich sofort bereit. Als wir zurück auf den Parkplatz kommen, traue ich weder meinen Ohren, meiner Nase noch meinen Augen: Sven ist auch da! Schade, dass er meinen Freund Zorro nicht mitgebracht hat. Aber es gibt ja genug andere Hunde hier, unter anderem meine Freundin Vanja *g*. Wie es sich gehört, bekomme ich gerade mein Futter, und erst danach gehen sich meine Zweibeiner verpflegen. Sie haben immer etwas länger als ich, aber das ist mir egal, ich kann wirklich noch eine Mütze voll Schlaf gebrauchen, bevor es auf die letzte Pinkelrunde geht und ich mich es mir dann im Zimmer bequem mache. Ich habe da schon ein Sofa erspäht. Sieht verlockend aus! Gute Nacht.

*   *   *

Montag, 13. September 2010

So, ich bin schön ausgeschlafen und in bester Laune, die Umgebung des Hotels noch genauer zu inspizieren. Nach dem Frühstück treffe ich auch endlich Vanja, und wir spielen zusammen, bis es wieder mit dem Auto weiter geht. Jetzt ist die ganze Mannschaft beisammen, und nach einer längeren Reise gehe ich mit Frauchen auf Elchjagd. Wir finden zwar keinen Elch, dafür tobe ich mit Minu.

Die gönnen mir kaum eine Pause, da geht es schon weiter auf eine lange Fährte durch Acker und Stroh. Aber das ist für mich ja kein Problem: Ich finde alles und grabe auch ein paar Futterdöschen aus. Nach einer weiteren Etappe mit dem Auto fühle ich mich nicht mehr so toll. Irgendwie tut mir alles weh. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe! Aber Frauchen sowie mein Chef machen besorgte Gesichter. Dafür bemühen sich plötzlich alle sehr um mich, und diese Aufmerksamkeit ist gar nicht übel. Zum Tierarzt müssen nämlich all meine vierbeinigen Kollegen, und ich werfe bei der Gelegenheit schon mal einen Blick auf das Stadion. Frauchen diskutiert lange mit der netten Dame im weissen Kittel, aber ich verstehe kein Wort. Ich weiss wirklich nicht, was sie besprechen, aber ich lande nochmals bei einem Tierarzt. Mein Nacken tut zwar weh, aber wenn ich keine grossen Sprünge mache, geht es eigentlich. Es hält mich jedenfalls nicht vom Schnüffeln oder vom Fressen ab. Nun liege ich in unserem Zimmer, und Frauchen hat mir irgendwas fürchterlich Kaltes um den Hals gebunden. Nachdem sie das Ding aber wieder weggenommen hat, kann ich endlich schlafen und bin sicher, dass es mir morgen blendend geht.

*   *   *

Dienstag, 14. September 2010

Das war vielleicht eine Nacht! Es hat mich immer böse gezwickt, wenn ich mich auf meiner Decke drehen wollte. Ich habe auch etwas gejammert, und meine Zweibeiner haben sich ganz offensichtlich noch mehr Sorgen gemacht. Am Morgen war es dann aber besser, und beim Spaziergang habe ich überhaupt vergessen, dass mir etwas weh tut. Wir fahren etwa eine Stunde zum Trainingsplatz, aber ich hab’s heute locker und gehe nur mit Frauchen spazieren. Und jetzt kommt etwas ganz Tolles! Nicole kümmert sich sehr gut um mich und macht irgendetwas mit ihren Händen, das sie Reikki nennt. Was für eine Wohltat! Ich fühle mich schon am Mittag viel, viel besser. Es hätte mich wirklich nichts daran gehindert, beim Grillieren mitzumachen. Aber das haben meine Zweibeiner scheinbar übersehen und mich im Auto gelassen (grummel).

Wir fahren wieder eine halbe Stunde, und während mein Chef anschliessend die Fährte legt, bekomme ich noch einmal so eine Behandlung von Nicole. Ich hab mir natürlich nicht anmerken lassen, dass ich meiner Aufgabe auch so gewachsen gewesen wäre … Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit einem schönen Spaziergang in den Wald und mit noch mehr Reikki. Danach geht’s zum Mannschaftsessen nach Hämmenlinna. Was ich nicht ganz verstehe: Ich gehöre doch auch zum Team, weshalb muss ich denn dann im Auto bleiben? Ehrlich gesagt bin ich allerdings viel zu müde, um mir darüber Gedanken zu machen. Ich schlafe tief und fest in meiner Hundebox. Meine Zweibeiner haben mich schliesslich noch nie vergessen, und als wir wieder im Hotel eintreffen, gibt es auch für mich was zu futtern. Eine letzte Runde in den nahen Wald, und dann geht es ab ins Bett. Das heisst: Noch nicht ganz! Nicole scheint sogar Hausbesuche zu machen und kommt mich noch einmal behandeln. Na, wenn ich danach nicht gut schlafen kann …

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Mittwoch, 15. September 2010

Wer sagt’s denn? Ich fühle mich wie neu geboren! Gleich nach dem Aufstehen gehe ich deshalb meinem Chef den schönen See zeigen, den ich gestern mit Frauchen entdeckt habe. Nach einem eilig herunter geschlungenen Frühstück machen wir uns auf den Weg in die Stadt zum Stadiontraining. Ich darf allerdings nicht mit rein, erfahre den Grund aber erst etwas später: Die Tierärztin untersucht mich erneut, und diesmal scheint sie sehr zufrieden mit mir! Jetzt bekommt auch mein Chef seine Katalognummer ausgehändigt. Ich hab’s ja nicht gewusst, aber meine Zweibeiner durften mir keine Medikamente geben, als ich „Aua“ hatte, weil ich sonst als gedopt gegolten hätte. Die haben hier sehr strenge Bestimmungen und werden das bei mir und bei anderen auch noch testen!

Nachdem nun alles klar ist, geht es noch einmal ab ins Fährtengelände. Der Wind macht es mir einfach, und ich finde bei vielen Winkeln eine Abkürzung (freu). Als wir wieder auf dem Stadionparkplatz ankommen, verschwinden meine Zweibeiner wie fast die gesamte Mannschaft im Wohnmobil von Gabi und Mike. Ich wusste ehrlich nicht, dass da so viele Leute reinpassen, aber es scheint ihnen zu gefallen. Als sie wieder raus kommen, sehen jedenfalls alle aufgewärmt und satt aus. Trotzdem lob ich mir da doch meine Doppelbox.

Das Wetter wird immer ungemütlicher, aber Frauchen bindet mir meinen Schweizer Schal um und mein Chef zieht sich warm an, bevor wir Aufstellung zum Einmarsch der Nationen nehmen. Es geht mit Polizeiauto voraus ein paar hundert Meter quer durch die Stadt auf den Rathausplatz. Eigentlich wäre das alles ganz feierlich mit Musik und so, aber nun schüttet es wie aus Kübeln, und ich weiss aus Erfahrung, dass Zweibeiner dieses Wetter gar nicht so schätzen. Ich hingegen unterhalte mich bestens mit meinen vierbeinigen Kollegen, werde später schön trocken gerubbelt und verkrümle mich wieder gemütlich ins Auto, während die Zweibeiner schon zum nächsten Termin hetzen.

Auf dem Heimweg ins Hotel erfahre ich, dass unsere Startzeiten jetzt ausgelost wurden, meine Zweibeiner sehr zufrieden sind und auch gleich beim Abendessen waren. Wieder ohne mich! Aber ich will mich nicht beklagen: Ich bekomme auch etwas zu beissen, und kaum sind wir in unserem Zimmer, kommt schon wieder meine persönliche Reikki-Therapeutin. Diesmal bringt sie sogar David mit, und sie trinken gemütlich ein Gläschen Wein auf uns Hunde. Wenn ich es recht verstanden habe, starte ich wieder einmal mit Nicole und Orkan. Das ist bestimmt ein gutes Omen!

Pssst: Startzeiten und Resultate findet ihr übrigens unter www.fci2010.com

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Donnerstag, 16. September 2010

Heute müssen wir aber sehr früh raus! Ob meine Zweibeiner einfach das prächtige Herbstwetter ausnützen wollen? Eher nicht: Es geht direkt zum Stadion. Mein Brüderchen Cento ist dran, aber der Kleine schafft in der Unterordnung locker 90 Punkte. Bin sehr stolz auf ihn!

Ich geniesse noch einen freien Tag und gehe im Trainingsgelände für die Fährten erst auf einen langen Spaziergang, dann auf meine Fährte und gleich nochmals laufen. Damit habe ich meine Zweibeiner so richtig müde bekommen. Sie gehen nur noch einmal kurz rein ins Stadion, begutachten die Arbeiten der Konkurrenz und fahren dann mit mir zurück ins Hotel, wo wir erst einmal einen ausgiebigen Mittagsschlaf halten. Und das bei diesem tollen Wetter! Mir ist es ja egal, aber ich beklage mich dann auch nicht, wenn es später wieder regnet …

War ja klar, dass auch meine Menschen bald wieder frische Luft brauchen, und so gehen wir noch einmal lange auf die Pirsch. Ich bekomme mein Abendessen besonders früh, und mein Chef sowie Frauchen verschwinden im Speisesaal unseres Hotels. Inzwischen habe ich am Rande mitbekommen, dass meine Freundin Vanja mit Stefan auf der Fährte 97 gesucht hat. Und ich konnte ihr noch nicht einmal persönlich gratulieren! Tamara und Falco bekamen ebenfalls auf der Fährte 91 Punkte. Das ist doch schon mal ein Anfang …

Ich warte jetzt noch auf meine Therapie, und dann legt sich mein Chef wohl früh schlafen. Oder er wird es zumindest versuchen. Morgen geht es nämlich für uns zuerst in die Unterordnung. Ich für meinen Teil bin jedenfalls gut aufgelegt!

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Freitag, 17. September 2010

Wieder ein neuer Tag, und das Wetter sieht vielversprechend aus! Nach meiner Morgenrunde muss ich allerdings feststellen, dass mein Chef vergessen hat, mich zu füttern! Wir fahren direkt zum Stadion. Erst ist Vanja mit dem Schutzdienst dran und erreicht 93 Punkte. Mein Chef zieht seine Startnummer über, es wird also auch für mich ernst. Vor meinem Auftritt bin ich gespannt wie eine Feder, als wir auf den Platz laufen. Ich gehe sehr konzentriert los! Das heisst, ich konzentriere mich erst mal auf das Umfeld, was mein Chef im Nachhinein glaube ich nicht so toll fand. Aber dann gebe ich mir mehr Mühe und remple ihn beim Abrufen ausnahmsweise nicht an. Beim Apportieren beisse ich mir vor lauter Eifer sogar auf die Zunge – autsch. Und über die Sprünge fliege ich richtiggehend. Den Rest habe ich glaube ich ganz gut hinbekommen, am Ende wird meine Mühe immerhin mit 92 Punkten belohnt. Dann kann ich mich bei der Freiablage ausruhen und mir meine nassen Pfötchen putzen, während ich meinem alten Streitgefährten Orkan zuschaue. Er verwechselt irgendwas und bleibt beim Sitz stehen, dafür legt er sich nicht ganz hin, als er voran geschickt wird. Ich find’s nicht schlimm, mit dem Alter entwickelt man halt seinen persönlichen Stil. Aber er kam leider nur auf 83 Punkte.

Nach einer kleinen Pause und meinem verspäteten Frühstück im Auto fahren wir irgendwo in den Wald und vertreten uns die Füsse. Als wir wieder in die Stadt kommen, gehen wir erst mal auf Shopping Tour und suchen Souvenirs. Mein Frauchen kauft ganz viele Süssigkeiten, und ich darf natürlich davon probieren. Später erfahre ich, dass mein Bruder Cento auch gesucht hat, allerdings seine Prüfungsfährte. Und er hat 95 Punkte bekommen – bravo! Auch Falco war noch mit der Unterordnung dran am späteren Nachmittag. Der junge Hüpfer scheint bei Orkan abgeschaut zu haben und macht ähnliche Patzer, bekommt aber immer noch 87 Punkte.

Auf der Rückfahrt zum Hotel machen wir noch einmal einen langen Waldspaziergang. Wusstet ihr, dass hier öfters die Sonne scheint, während es regnet? Irgendwie seltsam, aber auch schön. Nun brauche ich aber dringend eine Pause im Auto, während meine Zweibeiner zum Essen gehen. Für heute hatte ich genug Bewegung und frische Luft. Ich Futtere jetzt noch etwas und gehe dann wohl früh schlafen. Wer weiss, was mich morgen erwartet.

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Samstag, 18. September 2010

Heute ist Schmuddelwetter angesagt! Das hindert mich natürlich nicht daran, meine Spaziergänge am Morgen zu geniessen. Tamara und Falco sind bereits im Stadion beim Schutzdienst, und im Internet findet mein Frauchen raus, dass sie 91 Punkte verbuchen konnten. Bravo!

Dann fahren wir zum Fährtenzentrum, und hier beginnt es richtig zu regnen. Als es schon losgehen sollte, verzögert sich alles um eine halbe Stunde und ich bin froh, im Auto warten zu können. Der Regen wird nicht weniger, aber mein Chef ist gnadenlos und macht sich mit mir für die Fährte bereit. Nicole und Orkan sind direkt vor uns dran und freuen sich sehr über ihre 95 Punkte. Dann geht es bei uns los: Ich schnüffle durch den schlammigen Acker und finde auch endlich etwas, was ein Gegenstand sein könnte. Um ganz sicher zu gehen, buddle ich etwas und lege mich dann erst hin. Ich finde schliesslich auch den Rest der Fährte und bin eigentlich ganz zufrieden mit mir und meiner Welt. Ich habe EHRLICH nicht gemerkt, dass auf dem ersten Schenkel auch schon ein Gegenstand gewesen wäre. Den hat der viele Regen wohl einfach zu gut abgewaschen. Jedenfalls gab es leider nur 85 Punkte, und meine Zweibeiner wirkten für einen kurzen Moment etwas zerknirscht. Ich bekomme aber trotzdem mein Leckerli von Frauchen und darf mit auf einen weiteren langen Spaziergang durch den Wald. Dafür muss ich im Auto warten, während meine Menschen in ein grosses Einkaufszentrum gehen. Aber sie haben natürlich an mich gedacht, und Frauchen bringt mir einen Leckerbissen vom Mittagessen.

Jetzt ruhe ich mich erst mal mit meinem Chef im Zimmer aus. Auf einer ausgiebigen Abendrunde treffe ich meine Freundin Vanja und darf schliesslich auch mal alleine im Zimmer bleiben. Schade, dass meine Zweibeiner daran gedacht haben, die Kägi-Fretli sicher im Schreibtisch zu verstauen. Auf die habe ich es nämlich schon lange abgesehen ... Anstellen kann ich irgendwie gar nichts, denn ich habe natürlich längst beide Betten ausprobiert. Aber hier habe ich mehr Platz als im Auto, und es ist schön trocken und warm. Meine Decke in der Box hat nämlich bei diesem Wetter ganz schön gelitten. Ich kann auch ungestört fernsehen, abgesehen von einem kleinen Tumult in der Festhalle. Mein scharfes Gehör sagt mir, dass da gerade das Gros der Schweizer Nationalmannschaft „Es Buurebüebli“ sing. Ich staune …

Nun sitze ich hier und überlege, ob es fies ist, dass ich nicht mit zum Bankett durfte, wo es doch in unserem Hotel stattfindet. Dann passe ich halt einfach auf unser Zimmer auf, knabbere an meinem Ochsenziemer, schleppe sämtliche Schuhe auf meine Decke und döse etwas, bevor wir morgen die letzte Disziplin in Angriff nehmen.

*  *   *

Sonntag, 19. September 2010

Der Tag beginnt ganz normal mit einem Spaziergang, genau genommen sogar mit zwei, und mit einem kleinen Frühstück. Dann machen wir uns auf den Weg ins Stadion. Ich muss aber noch auf meinen Auftritt warten und dabei vernehmen, dass Cento einen ganz tollen Schutzdienst hingelegt, aber nur 85 Punkte bekommen hat. Danach ist Vanja mit der Unterordnung dran. Sie geniesst es offenbar, vor Publikum zu laufen und präsentiert sich in bester Laune. Dass sie gelegentlich bellt und vor lauter Aufregung nicht immer schön sitzen bleibt, wenn sie sollte, oder auch beim Voran alles gibt und etwas über ihr Ziel hinaus schiesst, kommt beim Richter nicht so gut an, und sie erhält leider nur 76 Punkte.

Dann sind mein Chef und ich an der Reihe. Ich glaube, heute ist er etwas nervös. Aber ich bin bereit, habe ich doch jetzt mindestens zwei Wochen lang keinen Schutzdienst mehr gemacht. Im Revier rutsche ich sogar aus, so schnell bin ich! Beim Verbellen lasse ich schön einige Millimeter Luft zwischen mir und dem Helfer, und dann gebe ich mir wirklich Mühe, meinem Chef einigermassen zu gehorchen. Beim Rückentransport muss er mir tatsächlich gut zureden, und blöderweise hört das der Richter. Dabei habe ich längst gemerkt, dass die Helfer nach drei Tagen nicht mehr so frisch sind und ich wieder mal eine Chance hätte! Da vergisst man schon mal das Hinsetzen vor dem Seitentransport!

Auf der langen Distanz gebe ich Vollgas, und es macht mir natürlich grossen Spass. Das Publikum freut sich auch mit mir und irgendjemand ruft etwas, da muss ich mich doch kurz umsehen! Es war aber nicht mein Chef, also belle ich schön weiter und warte auf ihn. Ich fand mich richtig gut, aber der Richter ist nicht ganz meiner Meinung und gibt uns 90 Punkte. Gleich nach mir ist Nicole dran, und diesmal schaue ich auch zu! Orkan gibt bei seiner letzten Prüfung eine solide Vorstellung und bekommt 92 Punkte.

Zur Entspannung gehe ich anschliessend mit meinen Zweibeinern etwas in die Stadt spazieren, und anschliessend darf ich mit zum Mannschaftsapéro. Dort zeige ich allen ganz stolz mein neues Plüschtier – einen Geier – den mir Frauchen geschenkt hat. Bei der Rangverkündigung ist das Wetter gut, und wir machen noch ein paar schöne Mannschaftsfotos, bevor sich alle Menschen zum Essen verkrümeln. Auf dem Weg zurück ins Hotel machen wir noch einmal einen langen Spaziergang, aber ich sehe immer noch keinen Elch, dafür viele knallrote Pilze mit weissen Punkten. Heute scheint mein Glückstag zu sein! Weil das Restaurant schon geschlossen hat, treffen sich die Schweizer im Gemeinschaftsraum auf unserem Flur. Ich tobe zuerst etwas mit David und lege mich dann zu Stefan aufs Sofa. Natürlich erst, nachdem ich von allen leckere Schoggi-Guezli gebettelt habe! Jetzt ist es aber höchste Zeit zum Schlafen.

PS: Morgen machen wir uns ganz langsam auf den Heimweg. Ich werde weiter berichten, weiss aber noch nicht genau, wann ich wieder online bin.

*   *   *

Montag, 20. September 2010

Nicht mal heute kann ich ausschlafen! Um 07.00 Uhr sind meine Zweibeiner schon wieder lebendig, und dabei habe ich es mir doch so schön auf dem Sofa bequem gemacht. Also alles wie gehabt: Spaziergang und Frühstück. Dann verschwindet Frauchen im Hotel, und mein Chef holt mich und das Auto, wobei er Zweiteres ausräumt und putzt, bis Frauchen mit dem ganzen Gepäck kommt. Es wird alles fein säuberlich wieder eingeräumt, von allen Abschied genommen und dann geht die Reise auch schon wieder los. Wir fahren nicht weit und machen einen laaangen Spaziergang, wo ich FAST Elche gesehen hätte. Es sind aber nur sehr grosse Rehe – auch spannend.

Beim kleinen Holzhaus, wo wir schon bei der Hinfahrt waren, finden wir dann endlich auch unsere Mitbringsel, und ich lasse mich von der Besitzerin streicheln, die so gerne Hunde hat. Dann fahren wir in ein kleines Städtchen am Meer und besuchen zuerst den Jachthafen. Das ist bei dem schönen Wetter noch toller als auf der Hinreise! Im angrenzenden Birkenwald machen wir nochmals einen langen Spaziergang. Später bummeln wir durch den Ort, dem Meer und der Seepromenade entlang. Es ist wirklich schön hier in Naantali: Ich klettere auf einen Aussichtsturm, auf diverse Schiffstege und erschrecke ein paar Enten. Danach bin ich wirklich erledigt.

Wohl nicht ganz zufällig treffen wir wieder auf Werner und Isabell. Die Zweibeiner gehen zusammen Essen, und ich kann mich endlich etwas im Auto erholen. Allerdings nicht lange, und wir gehen uns noch einmal die Füsse vertreten. Ich weiss jetzt auch, weshalb: Wir landen wieder am Fährhafen, und ich erlebe noch einmal eine aufregende Nacht in einer schwimmenden Behausung. Langsam mutiere ich zu einem richtigen Seebären!

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Dienstag, 21. September 2010

Wieder schreckt mich eine laute Stimme aus dem Schlaf! Die Fähre legt demnächst in Schweden an. Ich muss mich nur kurz in der Kabine gedulden, bis meine Zweibeiner ihr Frühstück hatten, und dann geht es schon auf dem Festland weiter. Noch in der Dunkelheit spazieren wir entlang einer ruhigen Strasse, aber das ist total unspannend. Da gefallen mir ein grosser, schmutziger Parkplatz mit vielen Pfützen und die moosigen Felsen dahinter viel besser. Bei Regen und dichtem Verkehr geht es an Stockholm vorbei und weiter, bis wir schliesslich einfach irgendwo von der Autobahn abfahren und versuchen, in die Nähe eines grösseren Sees zu kommen. Das gelingt meinem Herrchen auch optimal, und ich tolle ausgelassen im kleinen Hafen und am Strand des Vätternsees bei Gränna herum. Die anschliessende Pause im Auto tut gut, und das Wetter wird zusehends besser. Bei der Mittagsrast kauft Frauchen eine grosse Landkarte, mit der ich gerne gespielt hätte. Aber sie scheint das Ding noch zu brauchen. Offenbar wollen sie etwas an ihrer Route ändern. Wieso denn bloss, jetzt, wo sie vom Auto aus endlich einen Elch gesehen haben (und ich hab’s verpasst)?

Ich staune nicht schlecht, als wie zu einer Tankstelle hinfahren – die wir übrigens schon auf der Hinfahrt besucht haben – und dort auf Isabell und Werni treffen. Wir hatten uns doch nach der Fähre schon verabschiedet! Also nochmals tschüss sagen, dann trennen sich unsere Wege ein weiteres Mal. Am späteren Nachmittag kommen wir in Malmö an und finden auch gleich ein Hotel direkt beim Jachthafen. Dort gibt es sooo spannende Sachen für mich, und obendrein lange Strandpromenaden mit vielen Rasenflächen. Das Wetter ist einfach herrlich, und man kann weit übers Meer hinaus blicken. Sogar ich kann bis nach Dänemark sehen. Das Hotel findet Frauchen nicht so prickelnd, aber ich habe das Bett schon mal ausprobiert, für mich stimmt es!

Heute bekomme ich ausnahmsweise mein Abendessen im Auto, während meine Zweibeiner ihre Mägen im Chinarestaurant um die Ecke stillen. Die Pizza dort (!) sei sehr fein gewesen, aber das kann ja jeder behaupten! Das nächste Mal hätte ich gerne eine Kostprobe, wie heute nach dem Mittagessen bei McDonald’s.

Noch einmal marschieren wir ein Stück dem Meer entlang, und dann geht es ab ins Zimmer. Meine Zweibeiner sehen ziemlich erledigt aus. Ich glaube, ich mache es ihnen vor und lege mich zeitig schlafen.

*   *    *

Mittwoch, 22. September 2010

Entgegen aller Bedenken meines Frauchens haben wir alle sehr gut geschlafen! Ich habe mich aufs Bett geschlichen, und das war wirklich sehr gross und weich. Somit bin ich fit für einen langen Strandspaziergang. Auch heute ist das Wetter toll, und ich könnte noch lange hier bleiben. Aber nach dem Frühstück geht es weiter, diesmal über die lange Brücke und den Tunnel direkt nach Kopenhagen. In Dänemark machen wir nochmals eine Pause und spielen am Meer, bevor es auf die Fähre nach Deutschland geht. Diesmal muss ich im Auto bleiben, aber ich kenne diese grossen Schiffe ja inzwischen bestens.

Kaum in Puttgarden angekommen, machen wir schon wieder einen schönen Spaziergang, und mir wird regelrecht warm! Nicht nur wegen der Sonne und der Temperaturen, sondern auch aus dem Grund, dass es hier überall nach Kaninchen riecht und Mäuse umherhuschen. Dann geht es weiter auf grosse Fahrt durch Deutschland. Wir legen einige Pausen ein, bevor wir irgendwann in Baunatal landen. Hier steht das tollste Hotel, das ich je gesehen habe! Erst bekommt Frauchen für mich am Empfang Hundestängeli, dann machen wir einen ausgedehnten Spaziergang im nahen Park rund um ein grosses Sportstadion, und dann darf ich auch noch mit ins Restaurant! Ich benehme mich vorbildlich und bekomme dafür von Frauchen zur Belohnung ein Stück Schweinefilet. War fast klar, dass wir danach noch einen kleinen Marsch zur Verdauung machen. Jetzt liege ich auf meiner Decke von zu Hause und denke an meine beiden Kumpels Nemo und Indi, die ich morgen wieder sehen werde. Ich vermisse die beiden schon etwas. Deshalb wird jetzt geschlafen. Mein Chef schnarcht schon friedlich.

*   *   *

Donnerstag, 23. September 2010

Dass das Hotel klasse ist, habe ich glaube ich schon erwähnt. Und ich habe prima geschlafen! Das Beste kommt aber erst noch: Kaum treten wir vor die Tür, sehe ich schon das erste Kaninchen. Mitten in der Stadt! Es kommt aus einer Tiefgarage geflitzt, aber im angrenzenden Park hat es noch viel mehr davon! Ich komme aus dem Staunen und Schnüffeln gar nicht mehr raus. Hier gefällt es mir! Trotzdem machen wir uns nach dem Frühstück wieder auf die Reise. Wir kommen recht gut voran und halten unterwegs auf verschiedenen Parkplätzen. Und dann, ganz plötzlich, sind wir in einer mir bekannten Gegend und machen einen langen Spaziergang. Nicht viel später sind wir schon wieder zu Hause. Etwas ist allerdings anders. Mir scheint, die haben unser Badezimmer ausgewechselt! Und was machen die zwei fremden Männer da? Ah, die putzen! Das ist natürlich praktisch. Damit auch alles mit rechten Dingen zugeht, drapiere ich mich unter der Leiter des netten Herrn, der unser Vordach auf Hochglanz bringt. Mein Chef mäht derweil den Rasen, und was Frauchen in der Zwischenzeit gemacht hat, merke ich auch bald. Unser Auto ist wieder ganz leer!

Noch eine kurze Fahrt, und ich habe meine beiden Kumpels Nemo und Indi wieder! Indi scheint etwas sauer, dass ich so lange weg war. Er knurrt mich erst mal an. Aber ich nehme ihn schon lange nicht mehr ernst. Er meint es ja nicht so. Dafür überlässt mir Nemo - allerdings nicht ganz freiwillig - gleich sein neues Spielzeug. Wir verabschieden uns alle von Michèle, die auf meine Kameraden aufgepasst hat, und fahren weiter zu meiner Oma. Dort gibt es erst mal ein Rüebli zu knabbern und dann Abendessen. Die Zweibeiner lassen sich sogar gleich häuslich nieder! Mir scheint, wir bleiben über Nacht, weil unser eigenes Heim noch nicht von den Umbauarbeiten gereinigt ist.

Während des Abends erfahre ich allerlei haarsträubende Geschichten, was die zwei Oldtimer in meiner Abwesenheit angestellt haben. Nemo hat bei Michèle keine Gelegenheit ausgelassen, alles zu durchsuchen und zu klauen, was nicht niet- und nagelfest ist. Sie hat glaube ich stundenlang hinter ihm her geräumt. Dann waren die zwei für vier Tage bei Oma. Sie hätten eigentlich im unteren Stockwerk schlafen sollen, weil Nemo nicht dauernd Treppen steigen sollte. Aber der hat diverse Türen geöffnet und ununterbrochen versucht, in Omas Schlafzimmer zu gelangen. Dabei muss er sich irgendwie am Schwanz verletzt haben. Man bedenke: Er ist ein Labrador! Damit wedelt er ziemlich viel und ziemlich heftig mit seiner Rute. Das brachte ihm erst mal einen Besuch beim Tierarzt ein, und die Blutspuren sieht man jetzt noch an allen Wänden! Mit dieser Aktion hat er Oma aber erstens dazu gebracht, ins Gästezimmer zu dislozieren und mit den Hunden dort zu schlafen und zweitens, nur noch mit beiden Hunden gemeinsam spazieren zu gehen, was sie sich eigentlich nicht zugetraut hatte. Indi war in Gegensatz dazu ein Lämmchen! Wen stört da schon das bisschen Gebell?

Jetzt gehen wir fünf alle zusammen schlafen. Ich bin wirklich ziemlich erledigt. Es waren zwei aufregende Wochen, aber ist schön, wieder das ganze Rudel beisammen zu haben.

*   *   *

 

So, das wars mit dem WM Blog. Für Jörg und Bully hat es schlussendlich noch zum 35. Rang gereicht! Und wer möchte, kann hier

http://picasaweb.google.ch/102669798943295609651/BullysFCIWM2010#

Fotos gucken. Vielen Dank fürs Vorbeischauen!

 

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 02. Oktober 2010 um 04:53 Uhr
 
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